Corona und ich

Mehr als ein dreiviertel Jahr war dieses Blog auf Stumm geschaltet. Nicht weil die Themen ausgegangen wären – die Pipeline ist am Bersten. Nicht weil mich irgendein tragisches privates Ereignis matt gesetzt hätte – das persönliche Umfeld ist bislang gut durch die Corona-Zeit gekommen. Nicht, weil ich keine Zeit mehr hätte – ganz im Gegenteil.

Der Sündenbock für die Schreibblockade ist identifiziert und heißt Covid. Plus alle Implikationen rund um das Virus und die einhergehenden massiven gesellschaftlichen Verwerfungen. Ich war naiv genug zu glauben, dass ein global wütendes Virus den Globus in eine Solidarität zwingt, die die Welt zu einem besseren Ort machen würde, alle in einem Boot gegen die Pandemie (und den Klimawandel). Stattdessen Spaltung, wohin das Auge blickt.

Impetus für dieses Blog war ja, ein Teil der linksalternativen Öffentlichkeit zu werden als Gegenpol zum NATO-affinen, neoliberalen Mainstream. Was ich in meinem Artikel „Ein Virus spaltet die Linksalternativen“ vom März 2020 beschrieben habe, hat sich verschlimmert. Der mediale Boden, auf dem ich stand, wurde mir unter den Füßen weggezogen. Manche Medien sind zu Postillen für Covidioten verkommen, andere, wie die Nachdenkseiten, glaubten zwecks Meinungspluralismus Herrn Wodarg et al. zu Wort kommen lassen zu müssen. (Ich erinnere mich nicht, dass die NDS jemals Wissenschaftlern, die den Klimawandel leugnen, Aufmerksamkeit schenkten)

Ab und zu – reiner Masochismus – schaue ich noch bei den NDS vorbei. Vorgestern z.B. explodierte Jens Berger geradezu vor Begeisterung über die peinlich-dümmliche Schauspieler-Aktion #allesdichtmachen. Wer hier nicht begreift, dass das ganze Unternehmen alle Menschen verhöhnt, die sich in den Heilberufen bis über ihre Grenzen hinweg abrackern und alle anderen, die sich solidarisch an Maßnahmen halten, dem fehlt jedes Empfinden für die realen Verhältnisse. Begriffen hat er auch nicht, dass dies keine „Kunst“ ist, wie von den Machern behauptet, sondern die Verwechslung von Ironie mit infantilen Sprachspielchen am Gegenteiltag.

Die einzigen Besuche der letzten Monate auf der eigenen Website hatten den Zweck, unter Schmerzen meine Linkempfehlungen zu bereinigen. Ja, das ist cancel culture, aber ich kann und werde nicht meine persönlichen roten Linien überschreiten. Ich habe infolgedessen meinen Blick mehr in die USA gerichtet, wo interessanterweise kein Linker auch nur auf die Idee käme, Corona zu leugnen oder gegen Maßnahmen aufzustehen. Das bleibt den Trumpisten und Libertären überlassen. Der Vorwurf hierzulande, man sei als Maßnahmenbefürworter halt wieder der typisch deutsche Untertan, würde bei Linken in den USA –  land of the free – großes Staunen auslösen.

So. Dieser persönliche Beitrag war nötig als Blockadebrecher. Ich denke, ich habe wieder Boden unter den Füßen: Viel Input aus den investigativen Medien in den USA wird helfen. In der Pipeline warten Themen wie der hierzulande völlig ignorierte OPCW-Vertuschungsskandal bezüglich Giftanschlag in Duma, der angebliche Genozid an den Uiguren und die Feindschaftspflege mit China, der moralische Doppelstandard Russland/USA am Beispiel Nawalny/Assange und meine tief sitzende Angst vor Annalena Baerbock.

Stay tuned!

 

1 Antwort to “Corona und ich”

  1. ebertus sagt:

    Ja, es wird spannend werden, wie das in den USA mit dem Corona-Hype weitergeht. Mittlerweile haben sich wohl mehr als 20 Bundesstaaten bereits von der reinen Lehre verabschiedet, sind zum „Normalzustand“ vor 2020 zurückgekehrt.

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