Guck & Horch: Wie wir in Kriege hineingelogen werden

Die beiden folgenden Features haben zwei Dinge gemeinsam: zum einen berichten sie darüber, wie die Politik ihre Bürger wahrheitswidrig auf Kriege vorbereitet und einschwört, zum anderen erschienen beide im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, im ZDF (info) und in der ARD. Zwei seltene Perlen im Mainstream also, die nur nach ausgedehnten medialen Tauchgängen zu bergen sind.

War Made Easy – Wie amerikanische Präsidenten lügen

Der Antikriegs-Aktivist Norman Solomon führt in diesem Bericht durch die Geschichte der US-Kriegslügen. Ob Johnson, Reagan, Nixon, Clinton, Bush Vater oder Bush Baby, alle belogen die Bürger, um sie für ihre imperialen Beutezüge unter falschen Vorwänden – Demokratie, Frieden, Humanität – hinter sich zu versammeln. Die Kollaboration der US-Medien, gipfelnd im „embedded journalism“ im Irak-Krieg, ist der zweite Schwerpunkt dieses sehenswerten Films.

Zdf, US-Original von 2007, 43:42 Minuten

Es begann mit einer Lüge

„Nie wieder Auschwitz“, krakeelte damals Außenminister Joschka Fischer, um seine „Friedenspartei“ auf Linie zu bringen, und Kanzler Schröder verkündete im Fernsehen:„Wir führen keinen Krieg, aber wir sind aufgerufen, eine friedliche Lösung, auch mit militärischen Mitteln durchzusetzen“. Ein deutscher „Auslandseinsatz“ (=Jugoslawien-Krieg) war den Deutschen nur über Begriffe wie humanitäre Katastrophe, Konzentrationslager und Auschwitz zu vermitteln.

Dieser Film ist ein „Debunker“ der gängigen Erzählung des völkerrechtswidrigen Jugoslawienkriegs von 1999. Der Hufeisenplan, wonach Serbien 1998 plante, den Kosovo hufeisenförmig einzukreisen und die Bevölkerung zu vertreiben, war eine Propaganda-Erfindung des deutschen Verteidigungsministeriums, geführt von einem der erbärmlichsten Politiker, die in Deutschland je vereidigt wurden. Weder gab es „Konzentrationslager“ noch eine humanitäre Katastrophe, die eine Bombardierung Belgrads in irgendeiner Weise gerechtfertigt hätte.

ARD 2001, 43:02 Minuten

 

Derartig aufklärerische Beiträge fristen bedauerlicherweise ein Nischendasein in der deutschen Medienlandschaft. Je mehr sie sich (hoffentlich) verbreiten, desto mehr Druck entsteht auf die sogenannten Qualitätsmedien, sich von den Vorgaben der Herrschenden zu lösen und endlich wieder ihrer Aufgabe gerecht zu werden: dem kritischen Hinterfragen von Regierungshandeln. Ein Journalismus, der täglich von der angeblich völkerrechtswidrigen Annexion der Krim faselt und die unstrittig völkerrechtswidrige, ohne UN-Mandat durchgeführte Bombardierung von Belgrad verschweigt und damit billigt, ist unlauter, um es äußerst freundlich auszudrücken.

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