Julian Assange: Der Stachel im Fleisch der Machteliten

Die schockierende und entwürdigende Verhaftung des Publizisten Julian Assange vor drei Tagen in London könnte das sein, was man im Englischen als pivotal moment bezeichnet. Ein Schlüsselereignis mit Alarmcharakter für die ohnehin schon im Niedergang befindliche Pressefreiheit. Wobei wir leider oft vergessen, die heldenhafte Chelsea Manning zu würdigen, die unter Lebensgefahr ihr Material Wikileaks zur Verfügung gestellt hat.

Assange ist die Symbolfigur für das Recht der Bürger zu erfahren, was die Mächtigen treiben, der (ideologiefreie) Stachel im Fleisch der Eliten. Wenn man ihn den USA ausliefert, wird er zum Märtyrer des 21. Jahrhunderts, das muss seinen Feinden klar sein. Spätestens bei einer Verurteilung von Assange müssen auch die Mainstream-Medien begreifen, dass die Totenglocke für freien Journalismus läutet.

Assange benötigt jetzt bedingungslose Unterstützung vor allem durch die Medien und kein ständiges „ob man ihn mag oder nicht“, denn es geht hier nicht um den Charakter eines Mannes. Es geht um elementare Strukturen einer halbwegs freiheitlichen Gesellschaft. Wir brauchen Wikileaks, wir brauchen Assange, solange es sich der Mainstream auf der Atlantikbrücke und in irgendwelchen imperialistischen Thinktanks gemütlich macht.

Wer immer noch glaubt, er  müsse mit dem Vergewaltigungsvorwurf aus Schweden argumentieren – das Verfahren wurde eingestellt -, der schaue sich dieses 9minütige Spiegel-TV-Video von 2010 an.

 

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