Sonderermittler Bob Mueller tut so als täte er was

Der „Cyber-Angriff“

In dem abgebildeten St. Petersburger Gebäude arbeiten Menschen, denen es gelungen zu sein scheint, die amerikanische Gesellschaft zu spalten, die US-Demokratie ins Wanken zu bringen und einen Reality-Showmaster zum Präsidenten zu machen. Wirkungsvoller als Clintons 1,2 Milliarden Wahlkampfdollars, mächtiger als CNN, NBC & Co. mit ihrer Anti-Trump-Berichterstattung – 24/7. Diese russische „Troll-Farm“ namens Internet Research Agency (IRA) überlistete via Facebook-Anzeigen über ein Dutzend Geheimdienste und setzte, wie weiland Osama bin Laden, die gesamte Abwehr des Landes außer Kraft. So soll sich das der westliche Mainstream-Zeitungsleser jenseits und diesseits des Atlantiks wohl vorstellen.

Die IRA ist eines von drei russischen Unternehmen, die Robert Mueller und sein viele Millionen an Steuergeldern verschlingendes Ermittlungsteam nebst 13 Personen wegen Verschwörung gegen die USA anklagt. „Die Anklage ist in der Affäre um eine Wahleinmischung ein großer Schritt.“, weiß der Spiegel und „vergisst“ zu erwähnen, dass der stv. Justizminister Rosenstein dieses 37-seitige Dokument mit den Worten vorstellte, die russischen Tätigkeiten hätten keinerlei Einfluss auf die US-Wahl gehabt. Aber wen interessiert das schon.

Ursprünglich wurde der Öffentlichkeit suggeriert, Russen hätten im Auftrag von Putin mit gezielter Pro-Trump-Werbung auf den Social Media, insbesondere Facebook, Einfluss auf die Wahl genommen. Nachdem sich aber zeigte, dass die „Trolls“ ebenso etwa für Bernie Sanders, Black Lives Matter, LGBT-Vereinigungen oder Wahlverweigerung warben, musste der Vorwurf modifiziert bzw. ausgeweitet werden: Ziel der Russen war es jetzt, die Gesellschaft zu spalten und das Land zu destabilisieren.

Putins Koch

Einer der 13 Angeklagten, der mit der IRA in Verbindung stehen soll, ist der als „Putins Koch“ titulierte Jewgeni Wiktorowitsch Prigoschin, der im Parlamentsgebäude in Moskau ein privates Restaurant betreibt. Er war vor einigen Jahren noch Caterer und belieferte u.a. Schulen mit schlechtem Essen. Eltern beschwerten sich auf einem Internetforum über die ungenießbare Schulspeisung. Daraufhin engagierte Prigoschin junge Leute, die im Internet die Qualität seines Essens priesen. Da dies für ihn erfolgreich lief, bekam er die Idee für ein Geschäftsmodell: er stellte eine IT-Mannschaft ein, die mit Hilfe von Aushilfsjobbern Social Media und Internetforen mit Postings überschwemmten, die etwa schlecht beleumundete zahlende Kunden in ein gutes Licht stellten oder Produkte zahlender Firmen positiv bewerteten.

Nichts als Internet-Marketing

Mit einer anderen Variante dieses zwielichtigen Geschäfts versuchten er, die IRA und andere russische Internet Marketing Firmen, auch auf dem US-Markt Fuß zu fassen. Sie schickten englischsprachige Mitarbeiter in die USA, um zu sondieren und sich glaubhafte Legenden und Profile anzueignen (sog. sockpuppet accounts oder online personas). Dabei spielten Vorlieben für Parteien oder Ideologien überhaupt keine Rolle. Es ging lediglich darum, über die Gründung von Interessengruppen und Communities möglichst viele Follower zu versammeln, die man dann gezielt mit Werbung zuspammen konnte – ein übliches Marketing-Modell im Netz. Auf Grund der schäbigen Bezahlung der Mitarbeiter konnte man erfolgreich viele Konkurrenz-Unternehmen ausbooten.

Die Heterogenität der Facebookgruppen (übrigens auch solche für Hunde-und Katzenliebhaber), Anzeigen und Tweets, lässt sich also recht einfach erklären: es ging nie um Clinton oder Trump, es ging einzig und allein ums Geldverdienen. Weitere Beispiele für die Lächerlichkeit der „Verschwörung“ gegen die USA kann man beim Blogger Moon of Alabama (englisch) lesen: hier und hier.

Erkenntnisse

Vom Hacken der Wahl ist keine Rede mehr. Eine Verbindung der inkriminierten Social-Media-Aktivitäten zum Kreml wurde nicht nachgewiesen. Fast die Hälfte der von russischen „Trolls“ geschalteten Facebook-Anzeigen erschien erst nach der Wahl. Die Anklage besteht nicht nur inhaltlich vor allem aus heißer Luft, sondern ist auch ein potemkinsches Unterfangen, da natürlich kein angeklagter Russe jemals vor Gericht erscheinen wird. Robert Mueller ermittelt im Dienste von Hillary Clinton, deren Wahlkampfmanager John Podesta und Robby Mook noch in der Wahlnacht das Kommunikationsteam der Demokraten um sich versammelten, um einen Spin für die Wahlniederlage und den katastrophal gemanagten Wahlkampf zu doktern: Die Russen haben Trump zur Präsidentschaft verholfen.

Selbst wenn nun endlich Vernunft einkehren sollte und Russiagate als das identifiziert wird, was es ist, nämlich Propaganda mittels Fake News, so bleibt doch der (gewollte) Kollateralschaden: Feindbildpflege durch das Schüren von Ressentiments gegen Russland.

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Der Kabarettist/Aktivist Lee Camp, der im Sender RT die wöchentliche Sendung „Redacted Tonight“ moderiert, hat ein verzweifeltes Video (15:09 Minuten, in englischer Sprache) zum Thema aufgenommen, in dem er auf weitere Punkte aus der Anklageschrift eingeht. Man gewinnt den Eindruck, dass er nicht weiß, ob er lachen oder weinen soll…

 

 

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