Hands off Venezuela!

Während Bob Mueller seit zwei Jahren obsessiv in Sachen Russiagate sonderermittelt und sich irrsinnigerweise an der Chimäre abarbeitet, Russland hätte sich in die US-Präsidentschaftswahlen eingemischt – enthusiastisch begleitet von den Mainstreammedien, die seit zwei Jahren nicht weniger obsessiv wöchentlich konstatieren, dass es „ jetzt eng wird für Trump“ – werden wir in Echtzeit, live und in Farbe Zeugen eines Putschversuchs eben dieses Präsidenten Trump und seiner Polit-Schergen Bolton, Pompeo, Pence und Abrams in  einem anderen Land: Venezuela. Im Gegensatz etwa zu Chile 1973 oder Ukraine 2014 geschieht dies nunmehr im grellen Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit, völlig transparent und mit einer Selbstverständlichkeit, die einen nachgerade fassungslos macht.

 

 

So gibt Kriegshetzer und Präsidentenberater Bolton ein Interview bei FoxNews, in dem er in bestechend offener Manier detailliert darlegt, wie man nach dem Regimechange Venezuela auszuplündern gedenkt. Er spricht vom „verfassungsmäßigen“ (?!?!) Interimspräsidenten Guaidó, dem man nun die  venezuelanischen Auslandsgelder anvertrauen möchte und dass US-Firmen die Ölförderung übernehmen sollten.

 

Hoppala, pardon! Falsches Video! Hier kommt das Richtige.

9.53 Minuten, in englischer Sprache

 

Noch fassungsloser macht einen jedoch die europäische Reaktion auf diesen von den USA durch die Anerkennung Guaidós offen begangenen Völkerrechtsbruch, mit dem der Westen sein ohnehin zerbröseltes Wertesystem endgültig in die Tonne tritt: Der Stärkere hat recht. Das europäische Parlament votierte für die Anerkennung der US-Marionette Guaidó, ebenso Deutschland (#NotInMyName!), Österreich, Frankreich und einige andere EU-Staaten, nur noch nicht die EU als Ganzes. Man setzt einfach mal – mit welchem Recht bitte? – ein Ultimatum für Neuwahlen, wobei man wissen sollte, dass Venezuela ein weltweit einzigartig sicheres Wahlsystem besitzt, also kein Grund besteht, Neuwahlen anzusetzen.

Heute wurde bekannt, dass der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags auf Antrag der Linkspartei ein Gutachten erstellt hat, das die Anerkennung Guaidós völkerrechtlich „in Frage stellt.“  Eine, wenn auch nicht schallende Ohrfeige für Merkel und ihren peinlichen Außenminister. Dessen Unterstützung eines versuchten US-Putsches ist eine nie dagewesene, völkerrechtswidrige, schändliche Aktion, die einen möglichen Bürgerkrieg in Venezuela billigend in Kauf nimmt. Heiko Maas erweist sich wiederholt als gefährliche Fehlbesetzung im Auswärtigen Amt.

Wie so oft in solchen Fällen: Man muss alternative Medien aufrufen, wenn man sich das ganze Bild machen möchte. Angebote:

  • Eine Timeline der Ereignisse in Venezuela via Nachdenkseiten, die der Mainstream, genau wie in der Ukraine-Krise, grundsätzlich nur verkürzt darstellt, um das Narrativ zu stützen;
  • Ein Portrait des Möchte-Gern-Präsidenten Juan Guardió (NDS);
  • Wie die kanadische Außenministerin Trumps versuchten Coup mit organisierte.

Einer der wenigen publizistischen Mainstream-Lichtblicke zum Thema kam ausgerechnet vom Deutschlandfunk.

Zu guter Letzt ein Video der wunderbaren kalifornischen, linken Aktivistin und Journalistin Abby Martin, die nach Venezuela gefahren ist, um einen Faktencheck über all die Horrornachrichten vor Ort duchzuführen. Das Video ist zwar zwei Jahre alt, hat aber nichts von seiner Aktualität eingebüßt.

22.14 Minuten, in englischer Sprache

 

 

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